Orientierung für Familien, Ersthundebesitzer und alle, die eine faire und sichere Begleitung suchen
Eine gute Hundeschule zu finden, ist heute gar nicht mehr so einfach. Der Beruf ist nicht geschützt, jeder darf sich „Hundetrainer“ nennen – unabhängig von Ausbildung, Haltung oder Methoden. Ursprünglich sollte die Prüfung vor dem Veterinäramt, der sogenannte §11, sicherstellen das Hunde während des Trainings geschützt sind, zum Beispiel durch die nötige Sachkenntnis des Anleitenden. Die Erlaubnis nach §11, stellt deswegen kein Qualitätsmerkmal dar, sondern ist die rechtliche Voraussetzung, Menschen in der Hundeausbildung anzuleiten.
Immer öfter berichten Kundinnen über Hundeschulen in denen weder modern noch gewaltfrei gearbeitet wird. Besonders hart trifft es oft Familien, Ersthundebesitzer oder Menschen mit sensiblen Hunden, denn sie vertrauen darauf, dass ihr Hund sicher, fair und zeitgemäß begleitet wird und merken oft erst zu spät, dass genau das nicht passiert.
Dieser Artikel hilft dir zu verstehen, woran du moderne, gewaltfreie Hundeschulen erkennst und wie du sicherstellst, dass dein Hund fair, modern und gewaltfrei begleitet wird.
Was bedeutet „modern“ und „gewaltfrei“ im Hundetraining?
Modernes Hundetraining bedeutet, Verhalten über das Verständnis von Emotionen, Bedürfnissen und Lernprozessen wissenschaftlich fundiert und fair zu gestalten. Gewalt beginnt im Hundetraining viel früher, als viele denken. Es geht nicht nur um körperliche Einwirkung, sondern auch um subtilere Formen wie Druck, Einschüchterung, Überforderung oder das absichtliche Ignorieren von Bedürfnissen. Oft wird damit auf ein Verhalten des Hundes reagiert. Dieses soll unterbunden, gedeckelt oder einfach nicht mehr gezeigt werden. Das wird dann oft mit der „natürlichen Körpersprache“ oder der Dominanztheorie erklärt.
Moderne Trainerinnen setzen stattdessen an der anderen Seite an. Statt unerwünschtes Verhalten zu unterdrücken, wird ein sinnvolles Alternativverhalten auf Basis positiver Verstärkung aufgebaut. Sie unterstützen Hund und Mensch eine zu ihrer Lebenssituation passende Strategie zu finden und das ohne Schuldzuweisungen, ohne Dominanzdenken und ohne Angst und Stress.
Die 3 wichtigsten Fragen, die du einem Hundetrainer stellen solltest oder die du einfach mal auf der Webseite nachschauen kannst.
Diese drei Fragen geben dir in kürzester Zeit ein sehr klares Bild davon, wie jemand arbeitet:
„Welche Ausbildungen und Fortbildungen hat die Trainerin gemacht?“
Bei welchem Ausbildungsinstitut wurde die Ausbildung absolviert und wie lange dauert die Ausbildung dort? Für welche Art von Umgang steht die Ausbildung, wird mit aversiven Methoden gearbeitet und werden vielleicht sogar lerntheoretische Grundlagen abgelehnt? Red Flags wären zum Beispiel Lernen ohne Konditionierung, nur über natürliche Kommunikation, artgerechtes Training.
„Wie geht der Trainer vor, wenn der Hund unerwünschtes Verhalten zeigt?“
Gut ich gebe zu, das findet ihr am besten in einem persönlichen Gespräch heraus. Manchmal steht dazu auch schon etwas in einem Blog oder Artikel. Was ihr auf der Webseite durchaus findet, sind Zugehörigkeiten zu Netzwerken die für modernes, gewaltfreies Training stehen wie z.B. Trainieren statt dominieren oder die Initiative Positive Rocks, auch eine Mitgliedschaft im IBH ist möglich.
Moderne Antworten könnten Begriffe wie positive Verstärkung, Bedürfnisanalyse oder Training in kleinen Schritten enthalten. Veraltete Antworten eher Formulierungen wie artgerechtes Lernen, Leinenimpulse oder Erfolg in 10 Minuten.
„Wie stellt die Trainerin sicher, dass sich Hund und Mensch im Training wohlfühlen?“
Hier geht es um Stresssignale, Pausen, Tempo, Sicherheit und Beziehung. Wie groß sind die Gruppen und gibt es die Möglichkeit Einzelunterricht zu buchen. Wird auf individuelle Wünsche und Voraussetzungen des Teams eingegangen.
Woran du einen modernen, gewaltfreien Trainer sonst noch erkennen kannst.
Schau auf die Website, die Zertifizierung nach §11 ist, wie Anfangs schon erwähnt ein Muss, aber nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal. Rechtlich ebenfalls vorhanden sein muss ein Impressum und ein Datenschutzhinweis. Moderne Trainerinnen erklären Verhalten wissenschaftlich, sprechen wertschätzend über Hund und Mensch, arbeiten kleinschrittig und passen das Training individuell an.
Wenn etwas im Training komisch wirkt
Wenn ein Trainer Druck ausübt, den Hund überfordert, Strafen einsetzt, Dominanztheorien bemüht oder dir ein schlechtes Gewissen macht, solltest du hellhörig werden. Ein Hund, der im Training immer angespannter, stiller oder unsicherer wird, zeigt dir deutlich, dass etwas nicht stimmt. Das erkennst du auch daran, dass der Hund beim Spaziergang immer weniger Erkundungsverhalten zeigt. Das ist nämlich oft nicht brav, sondern gehemmt.
Ein Trainer, der Stresssignale ignoriert oder kleinredet, arbeitet nicht zeitgemäß. Du darfst Training jederzeit abbrechen, nachfragen oder dir eine zweite Meinung holen.
Das ist kein Versagen, sondern Verantwortung.
Fazit: Du darfst eine Hundeschule wählen, die wirklich zu dir und deinem Hund passt.
Eine gute Hundeschule stärkt dich, stärkt deinen Hund und begleitet euch fair, sicher und transparent.
Du musst dich niemals rechtfertigen, wenn du etwas hinterfragst oder dich unwohl fühlst.

